Eine Erinnerung an Ettie und Peter Gingold

Lesen Sie mehr in der PDF zur Veranstaltung: Eine Erinnerung an Ettie und Peter Gingold – Filmveranstaltung Dokumentarfilm »Zeit für Zeugen« (ca. 34 Min) – Flyer (PDF; 277 KB)

Datum: 23. November 2016
Uhrzeit: 18:30 Uhr
Ort: Historisches Museum Frankfurt am Main
Fahrtor 2 (Römerberg)
60311 Frankfurt am Main
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Lebendige Erinnerung an einen Widerstandskämpfer

Matinee zum 100. Geburtstag von Peter Gingold

Die Matinee zum 100.Geburtstag von Peter Gingold, die am 13.März im Frankfurter „Haus Gallus“ stattfand, war eine beeindruckende, alle Gäste zufriedenstellende Veranstaltung. Der große Saal einschließlich der Empore war mit rund vierhundert Besuchern voll besetzt.

Mathias Meyers von der Gingold Erinnerungsinitiative eröffnete die Veranstaltung. Die Frankfurter Stadträtin Elke Sautner (SPD) überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters Peter Feldmann und des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main. Ulrich Schneider (VVN-BdA) hielt die Laudatio, in der er Stationen des Lebensweges und der Kämpfe Peter Gingolds schilderte, sein Engagement und seine besondere Ausstrahlungskraft hervorhob. Romani Rose (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma) schickte ein Grußwort an die Veranstaltung und erinnerte darin an Peter Gingolds Verbundenheit mit der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma.

Esther Bejarano zusammen mit der Klezmer-Gruppe "Tacheles & Schmu" und der Gruppe "Grenzgänger" zum 100. Geburtstag am 13. März 2016 in Frankfurt am Main

Herausragende Beiträge der zweistündigen Matinee waren die musikalischen Darbietungen der Klezmer-Gruppe Tacheles & Schmu und der Gruppe „Grenzgänger“, die mit modernisierten Versionen bekannter Widerstandslieder besonders gut ankam.

Bewegende Momente waren die Auftritte des 93jährigen Bruders Siegmund Gingold, der aus Paris gekommen war, und von Esther Bejarano, die einen eigens zum 100. Geburtstag verfassten Brief an ihren Freund Peter Gingold verlas.

Anne Jollet aus Paris berichtete von ihren Begegnungen und Gesprächen mit Peter Gingold, seiner aufrüttelnden und immer mobilisierenden Art, auf Menschen zuzugehen. Einer von Peters Enkeln, Juri Czyborra, entwickelte eine Phantasie, wie sein Großvater heute sicherlich auch das Smartphone und Twitter für seine und unsere Sache, den Widerstand gegen Rechts, nutzen würde.

Durch die von Philipp Teubner bearbeiteten Interview-Ausschnitte erschien Peter Gingold auf der Leinwand noch einmal in Ton und Bild in seiner sehr ansprechenden Art.

Krönender Abschluss der Matinee war dann das gemeinsame Finale aller mitwirkenden Künstler – zusammen mit der unverzagten 91jährigen singenden Esther Bejarano.

Am Abend brachte dann das Hessische Fernsehen einen Bildbericht von der Matinee, so dass auch die Fernsehzuschauer sehen konnten, was sich da ereignet hatte: eine vollauf gelungene Veranstaltung der Gingold Erinnerungsinitiative und der Frankfurter VVN-BdA.„Diese Matinee wird uns lange in Erinnerung bleiben“, schrieb eine begeisterte Teilnehmerin.

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Offener Brief: Eine bleibende Erinnerung an Ettie und Peter Gingold

Seit Jahren fordert die Gingold-Erinnerungs-Initiative in der Stadt Frankfurt am Main eine bleibende Erinnerung an die beiden Gingolds zu schaffen. Peter Gingold wuchs in Frankfurt auf und engagierte sich Anfang der 1930er Jahre aktiv gegen den aufkommenden Faschismus. Nach dem Exil in Frankreich und der aktiven Beteiligung an der Resistance und dem Kampf um die Befreiung Frankreichs von der deutschen Besatzung lebten Ettie und Peter Gingold bis zu ihrem Tod in Frankfurt. Mit ihrem Einsatz als Zeitzeugen in Schulen, Jugendgruppen auf Demonstrationen und Kundgebungen der antifaschistischen und Friedensbewegung haben beide in der Stadt bedeutende politische Arbeit geleistet.

Aus der Presse

Nun haben sich nahezu 50 Frankfurter Bürgerinnen und Bürger mit einem offenen Brief an den Oberbürgermeister, die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung und die Abgeordneten der Ortsbeiräte gewandt.

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Grusswort des Oberbürgermeisters Peter Feldmann

Überbracht auf der Matinee zum 100. Geburtstag von Peter Gingold von der Frankfurter Stadträtin Elke Sautner

Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, dass die Ettie-und-Peter-Gingold Erinnerungsinitiative und die VVN-BdA Frankfurt am Main anlässlich des 100- Geburtstages von Peter Gingold zur Matinee ins Haus Gallus einladen. Gleichzeitig bedauere ich sehr, dass ich aufgrund anderer Termine nicht persönlich an der Feier teilnehmen kann und darf Ihnen allen auf diesem Wege meine herzlichsten Grüße überbringen. Weiterlesen

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Laudatio von Ulrich Schneider (VVN-BdA)

Ansprache auf der Peter Gingold Matinee (13.03.2016)

Wir erinnern heute mit Peter Gingold an einen der Großen aus der Zahl der Frauen und Männer der antifaschistischen Bewegung, die sich – anders als die ökonomische und politische Elite der damaligen Zeit – gegen den aufkommenden Faschismus gewehrt haben, die in der Zeit des Faschismus, aber auch im antifaschistischen Neubeginn und in den dann folgenden Jahrzehnten der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland dieser Idee verbunden blieben. Weiterlesen

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Grußwort Romani Rose vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

Grußwort von Romani Rose anlässlich des 100. Geburtstags von Peter Gingold

Peter Gingold, der die Menschenverachtung der NS-Diktatur am eigenen Leib erfahren musste, hat sich unermüdlich für Frieden und Gerechtigkeit eingesetzt. In seinen politischen Funktionen – als Bundessprecher der VVN/BdA oder im Internationalen Auschwitz-Komitees –, und als engagierter Zeitzeuge hat er unzähligen Menschen aller Altersgruppen grundlegende demokratische Werte vermittelt.
Im deutsch besetzten Frankreich kämpfte Peter Gingold auf Seiten der französischen Résistance, in der auch viele Sinti und Roma aktiv waren. Nur knapp entging er den Fängen der Gestapo. Für seine Überzeugungen hat er sein Leben eingesetzt, er nahm Haft und Folter auf sich. Dies verdient allerhöchsten Respekt. Weiterlesen

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